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Zurück zum Ursprung jonglieren

Seit langer Zeit gab es hier nichts Neues mehr. Das hat zum Einen damit zu tun, dass ich im Herbst nach Wien gezogen bin und dort so viele Möglichkeiten habe, meine Freizeit zu verbringen, dass für den Blog keine Zeit mehr blieb. Zum Anderen hatte ich zwar Themenideen, doch wollte ich nicht darüber schreiben. Entweder weil ich dachte, dass die Themen nicht interessant genug wären oder dass sie die meisten nicht verstehen würden. So verging viel Zeit beim Warten auf „das perfekte Thema“ während ich ein Leben lebte, mit so vielen tagtäglichen Erfahrungen, dass ich ganze Bücher davon schreiben könnte. Continue reading

Sei Du selbst die Veränderung

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

Dieses Zitat von Mahatma Gandhi wird wohl einigen bekannt sein. Für manche ist es nur eines von vielen „deepen“ Zitaten, die sie zufällig ausgewählt als Bildunterschrift bei Facebook verwenden. Für mich ist es ein Lebensmotto. Nun werden sich viele fragen, wie kann ein Einziger schon die Welt verändern? Ganz einfach, mit all den kleinen banalen Dingen des Alltags. Continue reading

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Gastbeitrag: Appell an die Menschlichkeit

Wir sitzen uns gegenüber. Er erzählt.

Wir haben beide Bilder im Kopf. Schmerzvolle, brutale, unglaubliche Bilder. Und doch sind es nicht dieselben. Meine werden kreiert, sie sind Fantasien und ähneln jenen, die ich aus dem Fernsehen kenne. Ahmeds bauen auf Erlebnisse. Seine dunklen Augen erzählen eine Geschichte voller Angst und Leid. Ich spüre, wie Ungewissheit und Sehnsucht schwer auf seinen Schultern lasten, einer Fessel gleich.

Doch plötzlich durchbricht etwas den dichten Schleier der Bedrückung. Im ersten Moment erscheint es mir unglaublich, ja fast irreal. Ahmed lacht. Es ist nicht wie das freundliche Lachen einer Kassiererin oder das überdrehte zweier Freundinnen oder das nachsichtige einer Mutter. Es ist anders. Verhaltener. Aber es ist echt.

In diesem Augenblick wird mir vieles bewusst. Es ist, als reiße mir Ahmeds Lachen eine Binde von den Augen. Jene Binde, mit der sich so viele von uns zu schützen glauben. Vielleicht auch du. Es ist leicht, den Fernseher auszuschalten, das Radio leiser zu drehen und die Zeitung umzublättern. Es ist auch keine Herausforderung laut über Politiker zu schimpfen, darüber zu diskutieren, dass zu viel diskutiert wird. Die Betroffenheit in Wut umwandeln, in der Menge mitschreien bis die Stimme versagt.

Alles, worum ich dich jetzt bitte, ist, mir einen kurzen Augenblick deiner Zeit zu schenken und innezuhalten. Was hast du schon zu verlieren? – Eine einfache Frage. Kannst du dir vorstellen, dass so eine einfache Frage die Grundlage für eine alles verändernde, lebenswichtige Entscheidung darstellt? Dass sie der Startschuss für eine Reise ist, von der dir niemand sagen kann, ob sie im Tod oder im Paradies enden wird? Nein, ich konnte es auch nicht. Bis ich einem Menschen gegenüber saß, der genau das erlebt hat, die Szenarien aus den Medien Wirklichkeit wurden und mich die Realität mit aller Gewalt mitten ins Herz traf.

Mittlerweile habe ich die Asylwerber in meiner Heimatstadt zwei Mal besucht. Jedes Mal wurden wir offen und herzlich empfangen und die Dankbarkeit, die man uns entgegenbrachte, war überwältigend. Ich werde das Leuchten in den Augen der Männer nie vergessen, als sie die Nahrungsmittel entgegennahmen, die wir zuvor „containert“ hatten (der kiloweisen Entsorgung unverdorbener Lebensmittel von Supermärkten kann so entgegengewirkt werden) und die spürbare Freude darüber, dass sich jemand für ihre Geschichte interessiert. Ihnen das Gefühlt gibt, dass sie wichtig sind und gebraucht werden.

Und das kannst auch du.

Jede*r einzelne von uns ist gefordert, den Flüchtlingen Gesichter zu geben. Denn es sind nicht „Refugees“, sondern Menschen mit einer individuellen Identität, mit Träumen und Zielen und mit einer persönlichen Lebensgeschichte, die es verdient haben, als solche wahrgenommen zu werden. Sie fordern weder die Aufopferung deiner Freizeit noch einen Anteil deines Monatsgehalts. Alles, was sich diese Menschen wünschen, ist angenommen zu werden – und das ist menschlich. Denn ehrlich: Wo ist der Unterschied?

Ich stehe auf, Ahmed reicht mir zum Abschied die Hand. Dann wende ich mich der Tür zu und damit meinem Alltag, wo Liebe, Vertrauen und Geborgenheit auf mich warten. Ich lasse Ahmed zurück. In einem fremden Land, konfrontiert mit Skepsis, Ablehnung und Unverständnis und mit einer ungewissen Zukunft.

 

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Fühlst du dich noch frei?

Die wenigsten Menschen können heutzutage noch behaupten, dass sie ein freies Leben führen. Auch in der Freizeit denken viele an ihre Jobprobleme. Das zusätzliche Einkommen, die höhere Position und mehr Verantwortung machen viele zum Sklaven der Zeit.  Dinge, die einem die Freizeit verschönern sollten, machen uns unfrei, wenn wir darum fürchten, sie zu verlieren. Doch noch ist es noch nicht zu spät! Lerne, wie auch du wieder frei werden kannst. Continue reading